Beispiele meiner Texte

 

Texte, gelesen von Charlotte Ueckert im Rahmen der Hamburger Web-Lesungen. Die Links öffnen mit dem Media-Player. 

 

 

 Oldenburger Land - neu erlebt 

 

Die Erben der Etrusker. Literarische Reisebilder aus Latium und der Toskana. 

 

und die Wege dahin

 

Ein Reh auf der Chaussee

 

Margarethe Susmann und Elke Lasker-Schüle

 

Neue Gedichte  

 

Orte des Glücks

 

Ortsgespräch

 

Paula Modersohn-Becker

 

Schwerelos

 

Traumschiffe und Trauminseln - Touristische Bewegungen

 

 

 

 

SAND


 

Sand baut Täler und Höhen. Wasser reißt Vertiefungen, Wind türmt auf. Das Wetter-Hoch kommt auf Kosten des Tief, aber das finden nur wenige schlimm. Hoch hinaus wollen alle, auch die, die noch nicht tief gesunken sind. Gefährlicher als das Tief für das Hoch ist die trügerische Masse Sand. Denn er wird bewegt. Damit fing alles an. Mit der Hohlform der Hände. Festen Sand mochten wir Kinder nicht, wir wollten formen. Lose rann er uns durch die Finger. Immer ist er heimatlich  an einem Strand. Die große Sandkiste. Mutter der Materie ein Staubkorn. Spielmaterial unter den Fingernägeln. Ein blauer und ein grüner Rand als Begrenzung des Losen von Feuchtem und Festem.Wir haben ein Ziel. Ziehen Spuren nach. Feinpulvrig häufelt der Sand sich um Füße. Rinnt durch alle Ritzen der Kleidung, Poren der Haut. Sand und Muschelschalen fallen bis durch unsere Knochen und wir ziehen aus in die Fremde.Einfach das Leben im Gespräch mit Wellen. Möwenwarnung auf und ab. Lauschen und Brabbeln. Von Kindesbeinen an wissen wir wie. Wir kletterten auf Felsen und glaubten uns sicher, selbst wenn er auf Sand schwamm. Die Richtung setzt das Meer, der letzte Schritt weiter als angenommen.


 


 


 

    

FREI


 

Ich lebe leuchtend auf dem Mond 

Ich schlafe im Heidekrater 

Ich decke mich mit Wolken zu 

Leih mir Schaumkronen vom Meer 

Und trage das Windkleid 

Eine Dünenkette begrenzt meinen Mond 

Und die in den Hütten

Mit Dach überm Kopf 

Schützen meine Wildheit 

Ein gehütetes Feuer

 

 

 

 

Fremd geworden

losgelöst vom Nabel

der Hoffnung ausgeliefert

dem Mond entgegen über Dachfirste

abstürzen nicht

im Traum

 

 

 

 

NORDLAND

Wo ich zu Hause bin

muß der Himmel weit sein

am Horizont erst der Weg

sich verlieren

auch an Bäumen

schätze ich das Durchsichtige

an einem Strand

die einzige Senkrechte 

 

"Lakonisch, kontradiktorisch, mit bewusstem Pathos und ironischer Brechung ... Sie bezieht ihre Qualität aus einer Art Ganzkörperwahrnehmung der Verhältnisse ..." (Uwe Herms)